Aktuelles - Angler-Club 1974 Roxheim e.V.

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Aktuelles


Was ist erlaubt, was nicht, falls ein maßiger Fisch  zurückgesetzt wird? Der Angler und Jurist Benjamin Ferger liefert eine  Expertise und praktikable Handlungsanweisung für Vereine, auf die es  dabei maßgeblich ankommt.
Vorneweg: Catch & Release, wo- runter das Fangen und Zurücksetzen  von Fischen verstanden wird, ist weder ausdrücklich verboten noch  erlaubt. Vielmehr kommt es auf den Einzelfall an, ob es erlaubt ist oder  nicht. Die Thematik ist vielschichtig.

Nach § 1 S. 2 TierSchG (Tierschutz- gesetz) darf niemand einem Tier  ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden hinzufügen. Als  vernünftiger Grund ist etwa der Nahrungserwerb (durch Fischen, Jagen)  schlechthin anerkannt. Allerdings gibt es weitere Fallgruppen, die in  diese Kategorie gehören können.
Ohne große Diskussion muss zunächst einmal festgestellt werden, dass  das Fangen eines Fisches alleine aus dem Grund der persönlichen Freude  daran, das anschließende Wiegen und Posieren mit dem lebenden Fisch  einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt. Die meisten Urteile  zum Catch & Release handeln gerade von der oben geschilderten  Praxis.
Aufgrund in solchen Fällen ergangener Urteile wird aber nur allzu  schnell abgeleitet, dass Catch & Release grundsätzlich verboten  wäre. Das ist mit Sicherheit nicht der Fall. Insbesondere muss Catch  & Release in folgenden beiden Fällen erlaubt sein:

1. Zur Erfüllung eines Hegeziels, sei dies gesetzlich verankert oder vom Gewässerbewirtschafter festgelegt.
2. Im Spannungsfeld zwischen der allgemeinen Handlungsfreiheit, dem  Erwerb und der Aufgabe von Eigentum und dem Tierschutzgesetz.

Zu Punkt 1: Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung,  Landwirtschaft und Forsten hat in einer Stellungnahme klargestellt, dass  auch in Bayern das Zurücksetzen maßiger Fische gerade zur Erfüllung des  gesetzlichen Hegeziels erlaubt ist, wenngleich noch weitere  Voraussetzungen kumulativ vorliegen müssen. Die Voraussetzungen für das  Zurücksetzen von Fischen finden sich auch in einer alten Fassung des  AVBayFiG vom 1. November 2014 mit Kommentierungen.
Diese Voraussetzungen sollen hier als Richtlinie dienen, denn sie  erscheinen landesübergreifend sinnvoll für das erlaubte Zurücksetzen  maßiger Fische. So müssen folgende Voraussetzungen nebeneinander erfüllt  sein:
a) Das Zurücksetzen erfolgt zur Erfüllung eines gesetzlichen Hegeziels.
b) Das Hegeziel wurde durch den Fischereirechteinhaber festgelegt und dem Fischereiausübungsberechtigen (Angler) mitgeteilt.
c) Das Tierschutzgesetz ist beachtet, das heißt, der Fisch ist  lebens- und überlebensfähig und wurde durch den Angel- und  Anlandungsvorgang nicht so nachhaltig geschädigt, dass er in Folge  verenden wird.
Es ist insbesondere zu Punkt c) anzumerken, dass dem Angler eine  große eigene Verantwortung bei der Bewertung der Überlebensfähigkeit des  gefangenen Fisches für ein Zurücksetzen zukommt. Nach dem hier  Gesagten, muss in Abstimmung mit den jeweiligen Lan-  desfischereigesetzen ein Zurücksetzen maßiger Fische erlaubt sein.
Praxis-Tipp: Angelvereine haben, wenn die  Hegepflicht auf sie übertragen wurde, im Rahmen der Festlegung von  Hegemaßnahmen großen Einfluss auf Catch & Release-Praktiken.
Auch Zurücksetzen kann Leiden beenden

Ergänzend zu Punkt 2 ist noch anzumerken, dass das  Fischereiausübungsrecht ein Aneignungsrecht ist, welches auf den Erwerb  des Eigentums an herrenlosen Sachen (Fischen) gerichtet ist.
Selbst wenn alleine die Ausrichtung auf die Verwendung zu  Nahrungszwecken das Angeln im Allgemeinen legitimieren würde (Vgl. OVG  Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 03.07.2015 – 20 B 209/15, Rn 25.), so  schließt das nicht aus, dass ein Zurücksetzen von geangelten Fischen  grundsätzlich möglich ist und zwar, was die Gerichte nicht in Frage  stellen, für gesetzlich geschützte Fischarten. Es muss hier gesehen  werden, dass die Fälle sich nur dadurch unterscheiden, dass in dem einen  Fall der Gesetzgeber ein Zurücksetzen anordnet (geschützte Fische), es  also legitimiert, in dem anderen der Angler nicht selbst entscheiden  können soll, welche Fische er zurücksetzt. Zwischen dem von den  Gerichtsbarkeiten unterstellten Leiden besteht in beiden Fällen kein  Unterschied.
Es wird bei eingehender Beschäftigung mit der Thematik auch deutlich,  dass für Außenstehende der Zielfisch des Anglers gar nicht immer  ersichtlich sein kann. Dem Angler, der es zum Beispiel nur auf Forellen  abgesehen hat, ist das von außen nicht anzusehen. Beißt nun ein anderer  Fisch, so kann es ihm nicht verwehrt sein, diesen unter bestimmten  Voraussetzungen zurückzusetzen. Es gliche einem  Fischvernichtungsprogramm, wenn dieser Angler einen zufällig gefangenen  Karpfen töten müsste. Vermeintliche Tierschützer, die den Forellenangler  wegen eines unterstellt schonenden Zurücksetzens des Karpfens anzeigen  und dessen Tötung verlangen, enttarnen sich selbst vielmehr als  Ideologen, denen es um die Abschaffung der Angelfischerei als Ganzes  geht.
Zudem käme dieser Angler in einen doppelten Konflikt mit dem  Tierschutzgesetz. Zum einen verstößt er schon von vornherein für alle  Nicht-Zielfischarten gegen § 1 S. 2 TierSchG, denn diese Fischarten will  er nicht zu Nahrungszwecken verwenden. Zum anderen verstößt er mit der  Tötung der Nicht-Zielfischarten gegen § 17 Nr. 1 TierSchG – da sich für  die Tötung kein vernünftiger Grund finden lässt. Eine paradoxe  Situation. Jedenfalls wird man kaum annehmen dürfen, dass die Tötung das  Leiden des Fisches beendet und daher zu vollziehen ist. Ein schonendes  und zügiges Zurücksetzen beendet genauso das Leiden des Fisches und  erlaubt ihm dazu noch ein zukünftiges Leben.
 

Der Nahrungserwerb wird allgemein als vernünftiger Grund anerkannt,   Fische zu fangen, zu töten und zu  entnehmen. Das heißt aber nicht, dass  dies zwangsläufig das einzig  juristisch haltbare Motiv zur  Ausübung  des Angelns ist!






375.386 EU-Bürger fordern das Festhalten am bestehenden Europäischen Wasserrecht.

Ein Bündnis von zehn deutschen Umweltverbänden hat vor der  Umweltministerkonferenz in Hamburg unter dem Motto „Gewässerschutz  hochhalten“ 375.386 Unterschriften an Umweltstaatssekretär Jochen  Flasbarth und den Hamburger Umweltstaatsrat Michael Pollmann überreicht.  Die Unterzeichner fordern den Erhalt und die bessere Umsetzung der  europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Die WRRL verpflichtet die  europäischen Mitgliedsstaaten zum Schutz von Flüssen, Seen,  Küstengewässern und des Grundwassers. In einem sogenannten „Fitness  Check“ überprüft die EU-Kommission derzeit, ob sie noch ihren Zweck  erfüllt. Entscheidet die Kommission, dass die WRRL neu verhandelt werden  muss, droht eine Aufweichung des Gewässerschutzes.
In einem Bündnis haben 130 europäische Umwelt- und  Naturschutzverbände in den letzten Monaten für eine breite Beteiligung  an einer öffentlichen EU-Konsultation zur Bewertung des geltenden  EU-Wasserrechts geworben. Am 8. Mai 2019 haben sie die Signaturen an  Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth und den Hamburger Umweltstaatsrat  Michael Pollmann übergeben.
„Wir fordern das deutsche Umweltministerium auf, sich auf der  Konferenz der Europäischen Umweltminister am 21./22. Mai 2019 in  Bukarest gegen eine Änderung und für eine bessere Umsetzung des  europäischen Wasserrechts einzusetzen“, so das Bündnis der  Umweltverbände und weiter, „Umweltministerin Schulze muss sich auf  EU-Ebene deutlich gegen die Öffnung und damit Aufweichung der WRRL  einsetzen. Gewässerschutz ist Daseinsvorsorge und dafür braucht es mehr  Geld, mehr Personal und den politischen Willen, politikübergreifend  zusammen zu arbeiten und die praktische Umsetzung vor Ort angemessen  durchzusetzen sowie auf Verstöße etwa durch Industrie Landwirtschaft  oder fehlende Durchgängigkeit zu reagieren“.

Viele deutsche Gewässer in schlechtem Zustand

Insbesondere den Deutschen ist der Schutz der Gewässer sehr wichtig.  Mit 167.302 abgegebenen Stimmen war Deutschland Spitzenreiter in der  EU-weiten Bürgerbeteiligung.
Viele Gewässer in Deutschland sind in einem schlechten Zustand und  die Politik investiert nicht genug in ihre Verbesserung. Wer jetzt die  Wasserrahmenrichtlinie ändern will, der spielt nicht nur mit dem Zustand  unserer Gewässer – und der Ökosysteme, die davon abhängig sind, sondern  setzt unsere Lebensgrundlagen leichtfertig aufs Spiel. Die Folgen wären  weitreichend und verheerend. Gemeinsam setzt sich die „Living Rivers  Europe-Koalition“ deshalb dafür ein, unser Wasser von der Krankenstation  zu holen und die Wasserrahmenrichtlinie nach knapp 20 Jahren endlich  konsequent umzusetzen.





 


Sonderregelung zur Schonzeit der Schleie

 


Da die Schleie auf der roten Liste steht und ihr Vorkommen in unserem Gewässer stark abgenommen hat, haben wir uns dazu entschieden, die Population der Schleie in unserem Gewässer zu verbessern.
Die Schleie wird auf Grund von Besatzmaßnahmen bis Ende 2019 gesperrt. Sollte eine Schleie gefangen werden, muss sie möglichst schonend behandelt und umgehend in das Gewässer zurückgesetzt werden, auch wenn sie ihr Mindestmaß erreicht hat.  
Bei Verstoß gegen diese Sonderregelung, ist mit dem Entzug der Gewässerkarte zu rechnen und wird in besonders schweren Fällen strafrechtlich verfolgt.





 
Sperrung des Gewässers bei Vereinsfischen

 
Das Gewässer ist bei Vereinsfischen für Nichtbeteiligte und Gastangler komplett gesperrt und darf in dieser Zeit nicht befischt werden. Jeder Angler ist verpflichtet sich zu vergewissern, dass an diesem Tag kein Vereinsfischen stattfindet. Sollten sie doch am gesperrten Altrhein angeln, so werden sie des Platzes verwiesen und müssen mit dem Entzug der Gewässerkarte rechnen.


 
 

Entnahmefenster statt Mindestmaß

Maßnahmen gegen Überfischung schonen bislang vor allem kleine Fische.  Die Ergebnisse einer internationalen Studie könnten die  Entnahme-Bestimmungen nun revolutionieren.
Jeder Wildfisch soll mindestens einmal laichen, bevor er auf dem  Teller landet. Das ist ein Grundprinzip des Fischereimanagements.  Entsprechend müssen Berufsfischer und Angler Tiere unterhalb einer  gesetzlich festgelegten Mindestgröße freilassen, große Exemplare können  hingegen entnommen werden. Doch dieses Vorgehen übersieht die  überragende ökologische Bedeutung der großen Laichfische, mahnt eine  kürzlich erschienene internationale Studie unter Leitung des  Fischereiprofessors Dr. Robert Arlinghaus vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)  und der Humboldt-Universität zu Berlin. Geringere Erträge sowie kleine  Fische in Fang und Bestand seien die unbeabsichtigten Folgen. Als  Alternative zum beliebten Mindestmaß schlagen die Wissenschaftler aus  Deutschland, Australien und den USA sogenannte Entnahmefenster vor.  Diese schonen sowohl den jungen Nachwuchs als auch erfahrene Kraftprotze  und erhalten nebenbei die unter Hobbyanglern begehrten Großfische.

Große Fische haben eine ökologisch und ökonomisch überragende Funktion.
Bei vielen Fischarten gilt: Je höher die insgesamt abgegebene  Eimenge desto höher ist auch die Jungtieranzahl. Das gilt insbesondere  dann, wenn die Anzahl der Elterntiere durch Überfischung oder aufgrund  der Umweltzerstörung gering ist. In diesem Zusammenhang kommt den  besonders fruchtbaren, großen Muttertieren eine fundamentale Rolle für  die Bestandserneuerung zu. Eine systematische Entfernung der sogenannten  Megalaicher begünstigt unerfahrene, kleine Weibchen mit einer  vergleichsweise geringen Fortpflanzungsleistung. Doch es gibt auch  ökonomische und gesellschaftliche Gründe, die für den Schutz der auf  Englisch „Big Old Fat Females“ (BOFF) genannten Tiere sprechen. „Angler  lieben Fotos mit kapitalen Fischen als Erinnerung an den besonderen  Fang, und auch Berufsfischer erhalten bei einigen Arten wie dem Dorsch  für Großfische höhere Marktpreise“, sagt der Fischereibiologe  Arlinghaus. Leider sind Großfische in befischten Beständen äußert rar  gesät.









Wird das Angeln verboten?
Müssen Angler Fische töten?
Der Kormoran

 
In den 1980er-Jahren so gut wie ausgestorben,
 
heute ein unkontrolliertes Problem?


 
Kormorane sind mittelgroße bis große Wasservögel. Ihre Körperlänge  kann bis zu einem Meter und  ihr Gewicht bis zu vier Kilogramm betragen. Einige  Arten sind einfarbig schwarz oder dunkelbraun, wobei das Gefieder oft, insbesondere während der Brutzeit, metallisch glänzt. Bei anderen Arten ist nur die Oberseite dunkel und am Bauch weiß. Zweifarbige Arten sind auf der Südhalbkugel verbreiteter, einfarbige auf der Nordhalbkugel. Kormorane haben einen langen Hals und einen ziemlich langen, keilförmigen Schwanz. Außerdem haben sie einen dehnbaren Kehlsack, in dem Fische vor dem Schlucken verwahrt werden können. Der Schnabel ist lang und an der Spitze scharf hakenförmig gebogen. Sie sind zudem ausgezeichnete Taucher und Jäger. Tauchgänge dauern in der Regel ca. 40 Sekunden. Die Tauchtiefen bei den meisten Arten liegen bei etwa 10 – 25 Meter, einige Arten können aber auch bis zu 50 Meter tief tauchen.
Kormorane fressen ausschließlich Fische und tauchen in Gruppen gemeinsam nach Nahrung. Sie treiben einen Fischschwarm zusammen und fressen vorzugsweise Fische von 15 bis 25 Zentimetern Länge, haben aber auch keine Probleme, einen etwas größeren Fisch von 35 cm zu fressen. Die Fische, die den harten Attacken des großen Schnabels entkommen sind, verenden später an den Folgen von Infektion der entzündeten Bisspuren. Nur ausnahmsweise werden auch kleinere Wirbeltiere erbeutet, oder gar auch Krebse und Amphibien.
Um den täglichen Energiebedarf eines Kormorans zu decken, benötigt er mindestens 500 Gramm Fisch. Das klingt in erster Linie nicht viel, aber man muss bedenken, dass sie im Schwarm von mehreren Tieren jagen und über mehrere Monate an einem See verweilen, bis keine ausreichende Beute mehr vorhanden ist. Danach ziehen sie weiter zur nächsten Nahrungsquelle.
 
Unser Angelverein macht seit Jahren Zählungen, um zu ermitteln, welchen Verlust an Fisch wir wieder beisetzen müssen. So waren z.B. im Jahr 2017 mehr als 280 Kormorane in einem Zeitraum von 3 Monaten an unserem Gewässer. Bei dieser Anzahl und dem täglichen Fischbedarf eines einzelnen Kormorans, mussten wir von einem sehr großenVerlust an Fisch ausgehen, was sich auch deutlich in unserer Fangstatistik wiederspiegelt. Solch ein Ausmaß der Ausbeute ist finanziell nicht mehr zu tragen. Der Fischbesatz, der in regelmäßigen Abständen getätigt wird, dient mittlerweile nur noch zur Ernährung des Kormorans und ist bei solch hohen Anzahlen von Vögeln, nur noch ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Kosten, die dadurch entstehen, müssen wir aus eigener Kasse zahlen. Dieser enorme Anstieg der Kormoranpopulation ist darauf zurück zu führen, dass er in den 90er Jahren unter EU-Vogelschutz gestellt wurde und sich dadurch unkontrollierbar vermehren konnte. Mittlerweile wird heute der gesamte europäische Bestand auf etwa zwei Millionen Vögel geschätzt.
Seit 3 Jahren sind die Fischbestände bestimmter Fischarten deutlich gesunken. Einige heimische Fischarten sind auch gar nicht mehr gefangen worden. Das ist für unser Gewässer zu Recht besorgniserregend. So ist unser Verein gezwungen Maßnahmen zu ergreifen, um unsere Fischbestände zu erhalten. Da wir nicht nur Angler, sondern auch Naturschützer sind, wollten wir eine schonende Maßnahme des Tierschutzes. So hatten wir ein Projekt gestartet, um die Fische zu schützen ohne gleich den Kormoran zu eliminieren. Ein sogenanntes Fischgehege dient den Fischen als Unterschlupf, um sich vor jagenden Kormoranen zu verstecken. Das hatte auch super funktioniert, nur leider hatt man uns die Genehmigung dafür entzogen.

                                               Hier einige Berichte vom deutschen Angelfischerverband e.V.
 

Frau Dr. Happach-Kasan erklärt Leif Miller die Vogelschutzrichtlinie.

Fischartenschutz muss gleicher Rang eingeräumt werden wie dem Vogelschutz

Der Deutsche Bundestag hat dem Antrag der christlich-liberalen Koalition "Fischartenschutz voranbringen - Vordringliche Maßnahmen für ein Kormoranmanagement" abschließend in 2./3. Lesung beraten. Darin werden unter anderem ein europaweiter Aktionsplan Kormoran und eine harmonisierung der Kormoranverordnungen der Bundesländer gefordert. Dazu erklären der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz-Josef Holzenkamp, und der zuständige Berichterstatter, Cajus Caesar:









Der Präsident des Deutschen Fischerei-Verbandes (DFV), Holger Ortel, hatte tüchtig zu schleppen. Insgesamt 101.284 Unterschriften waren zusammengekommen, mit denen die Unterzeichner eine Reduzierung der Kormoranbestände fordern. Ortel, der als SPD- Bundestagsabgeordneter auch für die Fischereipolitik zuständig ist, hat die Pakete mit den gesammelten Unterschriften am Donnerstag, den 27. Januar 2011, im Bundeskanzleramt für Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben.
Der Deutsche Fischerei-Verband hatte gemeinsam mit dem Verband Deutscher Sportfischer, dem Deutschen Anglerverband und dem Verband der Deutschen Binnenfischerei zu der Unterschriftenaktion aufgerufen.
Die in ganz Deutschland gesammelten Unterschriften sollten nach den Plänen des DFV zunächst an Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) überreicht werden. Der Minister verweigerte allerdings die Annahme und damit auch die Kenntnisnahme des Problems.
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ist sich des Problems bewusst und kündigte an, die Initiative zu ergreifen.
Für die Forderung nach einer Reduzierung der Kormoranbestände gibt es nach Auskunft von Holger Ortel gute Gründe: „Der Kormoran gilt als Vielfraß und verhindert eine nachhaltige fischereiliche Bewirtschaftung der natürlichen Gewässer“. Er frisst rund 500 Gramm Fisch am Tag und verletzt darüber hinaus viele weitere Fische. Er stört Artenschutzprogramme für gefährdete Fischarten wie Lachs, Meerforelle oder Aal. Dadurch sind die Angler betroffen, vor allem aber auch die Berufsfischer, deren Broterwerb gefährdet ist.
Holger Ortel machte deutlich, dass die Initiative des Deutschen Fischerei-Verbandes keinesfalls darauf abziele, den Kormoran gänzlich zu vertreiben oder gar auszurotten. Vielmehr sollte auch hier eine nachhaltige Regulierung der Bestände erfolgen, wie das beispielsweise bei Rehen oder Wildschweinen in den Wäldern völlig selbstverständlich und mit Blick auf das Gleichgewicht auch notwendig sei.
Die mehr als 100.000 Unterzeichner fordern die Bundesregierung auf, die Kormoranpopulation mit einem länderübergreifenden Management zu regulieren, die Regulierung des Bestandes durch Eingriffe in Brutkolonien des Kormorans zu ermöglichen und lokale Maßnahmen zur Schadensminderung schnell und unbürokratisch umzusetzen.

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